Druckansicht öffnen
 

KUNSTEVENTS

Kelterhaus
Bordich

PRESSEMITTEILUNG von Dr. Rainer Beßling (Auszug)

 

Geert Bordich hat hauptberuflich als Grafiker und Layouter gearbeitet. Seine Ausbildung in der freien Kunst absolvierte er an einer privaten Kunstschule in Hamburg. Er gehört dem Kreis der sogenannten Hamburger Realisten an, war und ist als Dozent für Malerei tätig. Inzwischen lebt er in Baden-Baden. Sein anhaltender Bezug zum Norden ist den Bildern des passionierten Seglers unschwer abzulesen. In den Landschaften und Figurenszenen finden sich zahlreiche maritime Motive. Wellen und Wolkenhimmel, wie man sie vorzugsweise am Meer findet, das Eintauchen ins Wasser, das sanfte Gleiten einer Schwimmerin, das Verschmelzen von Himmel, Wasser und Land zu einer enorm physischen und zugleich atmosphärischen Natureinheit und bildlichen Landschaft. Die Anmutung eines dichten Regenwalds an der Wümme, Wasserfälle im Schwarzwald oder die symbolträchtige Ansicht eines vom Wetter gezeichneten St. Peter-Ording. Bordich lässt die Elemente der Landschaften erkennbar bleiben und liest ihnen eine poetische und zeichenhafte Schicht ab. Er bindet sie in ein Gewebe aus dynamischen Bahnen und Hieben ein und verleiht dem Sichtbaren durch fleckenhafte Momente den Charakter einer offenen bildnerischen Architektur. Das visuelle Ereignis wird nicht nur als festes Ergebnis, sondern auch als Prozess gezeigt, nicht nur als Repräsentation von Landschaft, sondern auch als deren pure Präsenz, die uns unmittelbar berührt. Auch in solchen gegenständlichen malerischen Zugriffen vermitteln sich körperliche Gesten und Gebärden, Artikulationen und Nuancierungen, Klänge und Stimmungen. Auch die realistische Darstellung verleiht den gesehenen und sichtbaren Momenten eine formale Schärfung.

 

In dem Bild „Splash“ kann der Betrachter das Geschehen geradezu spüren. Das Eintauchen ins Wasser, das Spritzen, Schäumen, die Bewegungen der Wasseroberfläche. Die Farbnuancen und das Wechselspiel von Licht und Schatten modellieren die Bewegungsweisen des Wassers und des Körpers. Wir stellen den eingefangenen Moment in einen zeitlichen Verlauf und ins Verhältnis zu einem bewegten Raum. Klares und Schemenhaftes spielen miteinander, der schwarze Schatten des Körpers, die lichtgeflutete Oberfläche. Unruhige expansive Linien, Kleckse und Flecken lassen die Konturen ausfasern, lassen den Körper in den Raum gleiten. Taucher und Wasser werden eins, wir schließen uns dem mit unseren tastenden Augen an. Der Moment ist auf Dauer gestellt, ohne dass ihm seine Dynamik genommen wäre. Wir können dem Geschehen eine symbolische Ebene zuschreiben: das Eintauchen, das Abtauchen, sich der Tiefe anvertrauen und öffnen, umspülen und aufwühlen lassen im Übergang vom festen Boden in das fließende Element.

 

In dem Bild „Clouds reflexion“ lässt sich der Titel in zweifacher Bedeutung lesen: als Spiegelung der Wolken im Wasser und als Reflexion der Wolken, als ein Nachdenken über dieses Phänomen, das Maler in allen Epochen beschäftigt hat. Die Uneindeutigkeit, der permanente Wechsel der Wolkenformationen zwischen Feinstofflichkeit und massiger Gestalt scheinen dem bildnerischen Tun des Künstlers verwandt. In Bordichs Darstellung fließen Wolkenwelt und Wasserwelt ineinander, vereint durch das gleiche Element in unterschiedlichen Aggregatzuständen, verbunden durch die Farbfäden, die auf das Medium der Malerei selbst verweisen. Schichten und Ballungen bilden einen Raum, kreisende wogende Bewegungen auf der Wasserfläche, eine glühende Farbbahn am Übergang zwischen Wolken und Wasser, dichtes Farbgewebe, satte Malerei, Modellierungen aus Licht und Dunkel, physisch und sphärisch, zugleich eine bedrohliche Wetterlage.

 

Im Bild „Geroldsauer Wasserfälle“, einer ursprünglich wirkenden Schwarzwald-Idylle in einem Stadtteil Baden-Badens, herrscht eine gedämpfte Stille in einem gebrochenen Grün-Spektrum. Der Betrachter erhält den Eindruck eines momenthaften Einblicks in eine verborgene, in sich geschlossene Zone im Natur-Off. Dieses Momenthafte einer zufälligen Begegnung oder überraschenden Entdeckung ist im Bild festgehalten. Der Statik dieser Situation ist ein innerer Puls eingeschrieben. Ruhe und Bewegung sind in eine Balance gebracht, aufbrechende und schäumende Spitzen des klaren und durchsichtigen Wassers beleben die Szenerie. In Unschärfe schließt sich die Vegetation zu einem dichten Gewebe zusammen, Blätter zeigen sich als Pinselhiebe zwischen realistischer Schilderung und freier malerischer Struktur. Die Komposition zeigt eine klare Grundform: eine zur Diagonalen strebende Mittelachse korrespondiert mit einer vertikalen leicht diagonalen Bahn. Verharrende und bewegte Kräfte, das Wogen und Wiegen der Blumen, Sträucher und Bäume bilden eine Rhythmik der Naturerscheinungen aus.

 

Auch in dem „Gewächshaus auf Fuerteventura“ tendieren die Blätter und Blüten zur freien Gestalt. Sie verwandeln sich zur malerischen Fläche aus Farbereignissen und linearen Momenten, die die Fläche gliedern. Blätter finden ein malerisches, bildnerisches Echo aus Pinselschwüngen. Der Maler inszeniert Dialoge zwischen Gegenständlichem und Abstrahiertem, die verschiedene Verläufe und Richtungen einnehmen und amorphe Figurationen erschaffen. Ein vielarmiges plastisches Gewächs korrespondiert mit einem mehrschichtigen flächigen Hintergrund und lässt das Körperhafte auf einen räumlichen Widerhall treffen.

KulturKurier Baden-Baden

 

High and Low im Aschingerhaus Oberderdingen

Lesung mit Künstler und Autor Karl Vollmer

 

Pressemitteilung zur Ausstellung

Karl Vollmer
Dietz

Leise Dialoge

Christiane Messerschmidt
Velia Dietz

Skulpturen und Objekte


Galerie Sonnenberg, Stuttgart
12.09. - 24.10.2021
Vernissage 11.09.2021, 19.00 Uhr, Preview ab 18.30 Uhr
in der großen Halle der Baumschule


Begrüßung: Dieter M. Hörmann
Einführung: Hans-Joachim Kraft

 

Öffnungszeiten:
Sa/So 14-18 Uhr und nach Vereinbarung

 

Die Galerie Sonnenberg widmet ihre diesj hrige Kunst-Ausstellung den Künstlerinnen Christiane Messerschmidt (Bildhauerei)
und Velia Dietz (Textil-Design). Dabei gilt es Dialoge zu zeigen zwischen Material und künstlerischer Bearbeitung sowie Dialoge entstehen zu lassen zwischen gemeinsam entwickelten Installationen in den verschiedenen Räumen des Hauses.
Christiane Messerschmidts Skulpturen aus Alabaster, Marmor oder Steatit kreisen um die Gestaltung des Weiblichen und der Naturkräfte von Feuer und Wasser. Die bearbeiteten Steine spielen mit den Thema Bewegung. Zweck des Spieles ist es die lebendige Kraft des Steines sichtbar werden zu lassen.


Velia Dietz Arbeiten beschäftigen sich u.a.mit dem Thema Sammeln und Speichern. Es sind sthetische Interpretationen, textile Übersetzungen um Themen der Umwelt, Energie. Es sind Experimente mit Oberflächen und Texturen.

 

 

Was steht hier eigentlich rum?

 

Draußen, auch rund ums Theater Baden-Baden, läuft man oft an Kunst und Kultur vorbei. Aber die Frage ist: WAS STEHT HIER EIGENTLICH RUM? Sebastian Brummer , Leiter des Jungen Theaters, forscht nach.

 

Was steht hier eigentlich rum? Folge 2: Philemon und Baucis

Philemon und Baucis