Iterō - Anja Michaela Kretz

Iterō
Anja Michaela Kretz
29. März - 17. Mai 2026
Gesellschaft der Freunde junger Kunst im Alten Dampfbad, Baden-Baden
Ab dem 29. März 2026 präsentiert die Gesellschaft der Freunde junger Kunst im Alten Dampfbad in Baden-Baden die Ausstellung Iterō der Bildhauerin Anja Michaela Kretz. Die Schau bietet einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Werk der Künstlerin und versammelt Arbeiten, die sich aus fortlaufenden künstlerischen Prozessen entwickeln.
Im Zentrum der Ausstellung stehen Skulpturen, die aus Fragmenten von Klavieren und Blasinstrumenten gefertigt sind. Die aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelösten Materialien werden neu gefasst und in eine andere Form überführt. Daneben zeigt Kretz Arbeiten aus einer Vielzahl von Stoffschichten. Durch Bearbeitung, Verdichtung und Überlagerung entfernen sich die Textilien von ihrer ursprünglichen Geschmeidigkeit und Nachgiebigkeit und gewinnen eine eigenständige, skulpturale Präsenz. Zeichnungen sowie eine kinetische Installation erweitern das Spektrum der Ausstellung.
Im Zusammenspiel der Werke entfaltet sich eine offene Erzählung, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven lesen lässt. Die Künstlerin schreibt diese Geschichte bewusst nicht zu Ende. Vielmehr versteht sie ihre Arbeiten als Teil eines fortlaufenden Prozesses, in dem Formen, Bilder und Materialien nicht abgeschlossen, sondern immer wieder neu verhandelt werden.
Der Ausstellungstitel Iterō – lateinisch für „ich wiederhole“ – verweist auf ein zentrales Prinzip der künstlerischen Praxis von Anja Michaela Kretz. Wiederholung erscheint hier nicht als bloße Reproduktion, sondern als Methode. Durch Variation, Überlagerung und Verschiebung entstehen Differenzen im scheinbar Ähnlichen. Das Wiederkehrende ist dabei nicht als Stillstand zu verstehen, sondern als rhythmische Bewegung und tastende Suche.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bedeutung entsteht: wenn sich Gesten wiederholen, Techniken transformieren und Wahrnehmung geschichtet wird. Iteration wird als Erkenntnisinstrument begriffen – als Möglichkeit, subtile Unterschiede sichtbar zu machen und Entwicklung im Prozess zu erfahren. Das Vorläufige bleibt produktiv; Neues entsteht aus dem Bestehenden. Anja Michaela Kretz legt sich weder auf ein bestimmtes Material noch auf eine feste Technik fest. Ihre Arbeitsweise ist intuitiv und prozesshaft. Sie lässt sich auf neue Ausdrucksformen ein, verschiebt Grenzen zwischen Skulptur, Objekt, Zeichnung und Installation und wagt sich spielerisch auf neues Terrain.
Allen Arbeiten gemeinsam ist eine leise, zurückhaltende Sprache. Die abstrakten Skulpturen und Wandarbeiten drängen sich nicht auf; sie laden ein. Sie eröffnen Räume für Wahrnehmung und Reflexion und geben dem Betrachtenden Zeit, sich in die vielschichtigen Strukturen und Materialitäten einzuschreiben.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 27. März um 19 Uhr im Alten Dampfbad statt. Zur Eröffnung führen Karin Rau und Karl Manfred Rennertz ein Gespräch mit der Künstlerin.

