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Die Gesellschaft der Freunde junger
Kunst zeigt in ihren Räumen im Alten Dampfbad eine
Künstlerbegegnung der besonderen Art: Der 95jährige
Thomas Grochowiak, Maler und Graphiker seit vielen
Jahren in Kuppenheim bei Baden-Baden lebend, hat sich
als Begleiter seiner Werkschau Friedemann Hahn
ausgesucht. Hahn, 1949 in Singen am Hohentwiel geboren,
lebt und arbeitet in Brandenberg bei Todtnau im
Südschwarzwald.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Element, das
beide Künstler miteinander verbindet: die Farbe.
Grochowiaks Arbeitsprinzip klingt schlicht, ist aber
hoch differenziert. Für seine ungegenständlichen Bilder
verwendet er gezielt Farben, die gleichzeitig auch die
Formen entwickeln. Oftmals kommen dann noch
kalligraphische Zeichen hinzu, die in Kombination mit
den farbigen Flächen Spannung erzeugen. So entstehen
Bilder in leuchtenden Farben, die Optimismus,
Lebendigkeit und Lebensfreude ausstrahlen.
Farbe ist auch für Hahn Dreh- und Angelpunkt des Werks,
was ihn zu der Äußerung veranlasste: "Es gibt keine
Materialität außer Farbe". So entsteht Malerei als
Malerei, die als "abstrakter Realismus" bezeichnet
werden kann. Die Inspirationsquellen für das Schaffen
der beiden Künstler sind aber unterschiedlich. Für
Thomas Grochowiak ist es die Musik - mit Vorliebe für
Wolfgang Amadeus Mozart. Friedemann Hahn ist ein
begeisterter Filmliebhaber und
-kenner, was weite Strecken seines Werkes prägte. Aber
er scheut sich auch nicht, auf vergangene Bilderwelten
zurückzugreifen bis hin zur christlichen Kunst.
Thomas Grochowiak ist einer der bedeutendsten Künstler
nach dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland
und wahrscheinlich der letzte aktive unter denen, die
nachhaltig die Szene der 1950er und 1960er Jahre
prägten. Unter dem Einfluss von Pablo Picasso, Marc
Chagall sowie Henri Matisse startete der Bergmannssohn
und Plakatmaler für das Kaufhaus Karstadt eine
ungewöhnliche Karriere. Gemeinsam mit Kollegen, z.B.
Emil Schuhmacher, gründete er die legendäre
Künstler-vereinigung "junger westen", und machte sich
durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland einen
Namen. Aber nicht nur dies: Grochowiak war über weite
Strecken seines Lebens auch ein "Ermöglicher". Als
Leiter der Ruhrfestspiele, Direktor der Städtischen
Museen Recklinghausen und in anderen Funktionen förderte
er großflächig andere. Für sein Werk wurde er mehrfach
unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz
ausgezeichnet. Ins Badische kam er bereits vor vielen
Jahren der Liebe wegen.
Auch Friedemann Hahn, obschon 35 Jahre jünger als
Grochowiak, blickt auf eine erfolgreiche
Künstlerbiographie zurück. Nach einem Studium an der
Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe,
wurde er Meisterschüler von Karl Otto Götz. Seit 1991
ist er Professor für Malerei an der Johannes Gutenberg
Universität in Mainz. Seine Werke werden nicht nur in
Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Italien,
Großbritannien und den USA immer wieder präsentiert.
Die Ausstellung wird am Freitag, 07. Mai 2010,
um 19.30 Uhr eröffnet. Zur Einführung spricht Dr. Dirk
Teuber. |