Monika Müller und Christian Duss
18.Juli - 05. September 2010
 

Die Arbeiten der beiden Schweizer Künstler sind im Frühjahr 2009 auf der UND#4 in Karlsruhe aufgefallen. Sie stellten dort auf dem Stand der Luzerner Produzentengalerie „Alpineum“ aus.

Monika Müllers Zeichenstil zeichnet sich durch den Mut zur Reduktion aus. Nicht relevante Bildbereiche werden ausgesondert und als Leerstellen im Bild belassen. Weil sie mit hartem Bleistift auf weißgrundierten MDF-Platten zeichnet, werden ihre Bilder so vermeintlich als Eislandschaften interpretiert.

Geblendet durch das viele Weiß, das heißt, durch das fast vollständig reflektierte Licht (der Erkenntnis), liegt die Versuchung nahe, den Landschaftsbildern Unschuld und Klarheit zu unterstellen. Doch wie beim Gletscher hockt die Wahrheit des Wesens in den Spalten: scharfkantige Felsmassive mutieren zu wallenden Vorhängen, steinige Abbruchkanten werden zu pflanzlichen Blatträndern.

Diese Welt ist zweifellos nicht für das Bewohnen von Menschen gemacht, im Gegenteil, sie bewohnt den Menschen. Diese Aussage kann durch ein von der Künstlerin angeführtes Zitat von Caspar David Friedrich unterstrichen werden: „Der Maler soll nicht bloß malen was er vor sich sieht, sondern auch das was er nicht sieht. Sieht er aber nichts in sich, so unterlässt er auch zu malen, was er vor sich sieht“. (Text: Stefan Meier).

 
          
Monika Müller hat speziell für die gegenwärtige Ausstellung in der Rotunde des Alten Dampfbades eine Wandzeichnung mit dem Titel "Battle of the Battertfelsen" erschaffen, deren Entstehung in einem Blog nachvollzogen werden kann:
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Christian Duss´ Objekte sind Werken renommierter Künstler entnommen. Meister wie Jan Vermeer, Hieronymus Bosch, Jan Van Eyck, Ferdinand Hodler, dann aber auch Loretta Lux, neueren Datums. Jedoch fällt seine Wahl nicht auf die Akteure, sondern auf die Statisten, welche sich scheinbar zufällig im Bild eingefunden haben. Diese treten nun hervor.

Ein ausgehängter Fensterladen aus dunkelbraun verwittertem Holz, über zwei Haselstecken gelegt, darauf ein paar Teller, mit Suppe oder Grütze gefällt: das Objekt weckt sofort Erinnerungen an ein altholländisches Bild. Ein künstlerischer Zugriff, welcher die Malerei und die Welt nicht beim Wort, sondern beim Objekt nimmt.
(Text: Urs Burgmann)