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Scarface – Oberflächenrekonstruktion und
Anti-Aging-Systeme
mit Arbeiten von: Tina Born, Ursula Döbereiner,
Antje Dorn, Kerstin Drechsel, Friederike Feldmann, Heike Klussmann, Valeska
Peschke, Birgit Schlieps, Katharina Schmidt, Michaela Schweiger, Markus
Strieder, Daniela von Waberer,
Special Guest: Dorothy Iannone
STADT IM REGAL realisiert die neueste
Ausstellung der Gesellschaft der Freunde junger Kunst im Alten Dampfbad. STADT
IM REGAL ist kein Architekturmodell und auch nicht die Vision künftiger
Wohnformen, sondern so nennt sich eine Gruppe von zwölf Berliner Künstlerinnen
und Künstlern, die seit 1996 – neben ihren Einzelaktivitäten – gemeinsame
Ausstellungen zum Thema Stadtumbau, Architektur und Wohnen konzipieren. Sie
reagieren mit ihren Arbeiten auf Veränderungen, die sie in ihrer Umwelt
wahrnehmen, auf Veränderungen der sichtbaren Außenwelt ebenso wie von
kollektiven Lebenskonzepten. Wobei jede Ausstellung der Gruppe auch
Besonderheiten des Ortes, an dem sie stattfindet, mit einbezieht. Solche
Gruppenausstellungen gab es bisher neben Berlin in Mexiko City, Los Angeles
und Wien. Und nun also in Baden-Baden.
Der geschichtsträchtige Kurort ist für STADT IM
REGAL Anlass zu vielfältigen Assoziationen: Mit dem Blick der Fremden auf
die Stadt nehmen die KünstlerInnen besonders die Spannungen wahr, die sich
aus den Bemühungen ergeben, die glanzvolle Vergangenheit des Ortes in die
Zukunft zu retten. Seit dem 19. Jahrhundert hat sich Baden-Baden – mit seinen
prächtigen Parkanlangen, der reichen Architektur, dem Casino und den
anspruchsvollen Kulturangeboten - als ideale Welt zum Wohlfühlen inszeniert.
Dieses „gewachsene Image“ der Stadt ist den Sehnsüchten unserer Zeit nach
Vorzeigbarkeit und Wellness weit voraus. Und also ist es folgerichtig, dass
sich Baden-Baden auf seiner website als zukünftiges europäisches Zentrum der
Anti-Aging-Bewegung präsentiert.
Die Ausstellung im Alten Dampfbad reflektiert
solche Sehnsüchte nach möglichst alterslosem, „glamourösem“ Leben – in
Gemälden, Skulpturen, Mixed-Media-Objekten, Videoarbeiten,
Siebdruck-Oberflächen, computergenerierten Zeichnungen und verfremdeten
Architekturelementen. Die einzelnen Austellungsobjekte verzahnen sich, stapeln
sich zu einer gemeinsamen künstlerischen Arbeit. „Scarface“, Narbengesicht,
nennt die Gruppe ihr Baden-Badener Projekt zum Themenkreis Zeit,
Vergänglichkeit, Zurichtung von Körpern und Architekturen und der Inszenierung
ihrer Oberflächen.
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