Pressetext zur Ausstellung  "Saulius Valius"

 
 


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Am Sonntag, 7.9.03, um 11 Uhr eröffnet die Gesellschaft der Freunde junger Kunst im Alten Dampfbad die Herbst-Ausstellungssaison mit Video-Installationen und Papier-Raum-Skulpturen des Litauischen Künstlers Saulius Valius.

Das Ereignis steht unter der Schirmherrschaft des Litauischen Botschafters, der in Baden-Baden durch den Präsidenten der Litauischen Gemeinschaft in Deutschland, Herrn  Schugschdinis aus Frankfurt vertreten sein wird.


Saulius
Valius, 1958 in Vilnius geboren, wurde direkt nach seinem Studium Dozent an der dortigen Kunstakademie und nach Gastaufenthalten an den Kunstschulen von Düsseldorf und Skorde (Schweden) entwickelte er eine rege internationale Ausstellungstätigkeit, die ihn über Japan, Chile und Mauritius in die ganze Welt führte. Zur Zeit der sowjetischen Besatzung seines Heimatlandes ist das selbstverständlich nicht ohne die Hilfe guter Freunde im Westen möglich gewesen. Der Düsseldorfer Kunstprofessor Günther Uecker hat ihn tatkräftig unterstützt und ermöglichte dadurch die Entwicklung eines eigenständigen künstlerischen Werks. 

Die Installationen sind teilweise sehr aufwändig und benötigen wochenlangen Aufbau. Mit seinen Helfern hat Saulius Valius in den letzten 10 Tagen in Baden-Baden an einer spannungsvollen Ausstellung gearbeitet. Auf der einen Seite hochkomplizierte DVD und Video unterstützte Mobiles; diese Werke mit diffizilem technischen „Apparat“ kontrastieren zu scheinbar einfachen, aus bescheidenem Material (Papier und Baumwollfäden) gefertigten Raumskulpturen, die mit ihrer Leichtigkeit und transparentem Schweben die Räume verzaubern.


Saulius
Valius gehört zur Generation junger Litauer, die vor gerade mal 10 Jahren die Unabhängigkeit ihres Landes wieder erkämpften. Anders als bei der deutschen Vereinigung war die Ablösung Litauens aus dem Sowjetreich mit blutigen Opfern verbunden und alles andere als schmerzlos. Die Unterdrückung wurde als total empfunden und umfasste alle kulturellen Bereiche, was dazu führte, dass man Litauisches fast nur im Exil fand. Das junge Litauen ringt auch um seine kulturelle Identität und sucht neue Symbole. Nicht nur durch die zwangsläufig auch künstlerische Verarbeitung der Unabhängigkeitskämpfe hat das Werk von Saulius Valius auch immer eine politische Dimension. (Mit seinem Körper hat er 1991 auf den Barrikaden um das Parlament gegen russische Panzer gestanden; das hinterlässt Spuren.) Auch sucht Litauen als Staat und Gesellschaft Bilder, die es als eigene empfinden möchte. Mit der Konzeption und Ausführung des litauischen Standes auf der Frankfurter Buchmesse im letzten Jahr hat Saulius Valius seine Signale gesetzt: Leichtigkeit und Freiheit.

Die Ausstellung ist im Alten Dampfbad zu sehen vom 7.9. – 12.10.03.

Zur Finissage am Sonntag, 12.10.2003, 17 Uhr spricht die Kunsthistorikerin Dr. Dorothée Bauerle-Willert zum Thema „Kunstraum Baltikum“.


 

 
 

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