Egon Eiermann

 












Egon Eiermann, geboren 1904 in Neuendorf bei Berlin, gestorben 1970 in Baden-Baden, ist einer der bedeutensten deutschen Architekten des vorigen Jahrhunderts. Sein Werk ist breit angelegt und vielfältig: Öffentliche Gebäude wie die Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche in Berlin oder die IBM Hauptverwaltung in Vaihingen und zukunftsweisende Wohnhäuser wie das Haus Graf Hardenberg und das eigene Wohnhaus des Architekten in Baden-Baden. Daneben Filmbauten und Bühnenbildentwürfe sowie Inneneinrichtungen und Möbel. Unter Studenten der T.H. Karlsruhe wurde der sogenannte Eiermann-Sessel zur Ikone der 60er Jahre. Ein aus Korb geflochtenes, preiswertes, bequemes und dabei wunderschönes Möbel.
Nach seiner Berufung im Jahre 1947 auf einen Lehrstuhl für Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe war Egon Eiermann in dieser Gegend, in der er lebte und arbeitete, auf vielfältige Weise präsent. 

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Wohnhaus Eiermann in Baden-Baden

Hier das persönliches Credo des Architekten, ein beeindruckendes Dokument für die optimistische Stimmung der 50er und frühen 60er Jahre:

"Architekten sind ein merkwürdiges Volk. Von den Technikern werden sie für Künstler gehalten und von den Künstlern für Techniker. Beide haben recht. Da wir nun aber unter den Aspekten des reinen Verstandes und des reinen Gefühls, des Mitgefühls schöpferisch tätig sind, unterscheiden sich unsere Ansichten und Auffassungen nicht unwesentlich von denen des reinen Technikers. So ist es wohl das Kriterium unseres Berufes, dem Menschen zu dienen und uns der Technik zu bedienen. Indem wir uns mit einem der Urphänomene menschlicher Tätigkeit, Behausungen zu schaffen und die gebaute, künstliche, räumliche Welt zu gestalten, beschäftigen, sind wir durchaus vertraut mit technischem Denken. Vielleicht sind wir auch fähig, von der einen Seite unserer Arbeit, der künstlerischen, dieses andere Phänomen, nämlich die Technik, zu betrachten. Die Technik ist für mich ein Produkt hervorragender geistiger Tätigkeit des Menschen und nicht gut und nicht schlecht und erst recht nicht böse. Ihr Erscheinen und die industrielle Umsetzung ist vergleichbar dem Erscheinen des Feuers, hinter dem nur noch Aberglaube etwas Böses oder Dämonisches sehen kann."

presse text

 


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