Katharina Büche
1963 in Karlsruhe geboren, lebt und arbeitet in Davos.
 

 





Bestiarium 

Ohne die Felle wären die tragikomischen Inszenierungen der Künstlerin belanglos und hinfällig. Das Bestiarium, der "Physiologus der mythisch-realen Tiere", den die  Künstlerin erschafft, lebt nicht von der richtigen Darstellung, sondern von der Authentizität des Materials: Pelz ist ein Fell; ein Kunstpelz ist Plastik.

 Erst in der Kopplung, teilweise auch Verschmelzung, des natürlich vorgefundenen Materials und des synthetischen, des industriell hergestellten Produkts zeigt sich die jeweilig spezifische Daseinsform der Dinge, entwickelt sich aus ihrer relationalen existentiellen Fremdheit ein neues Wesen, wird der Dämon der Kunst wie auch jener der Gentechnik sichtbar: die Welt nicht nur zu beschreiben, sondern sie zu erfinden. - Wobei die <Erfindungen> Büches - gerade, weil sie nicht auf die Verwendung des Ursprünglichen verzichtet - immer auch allegorische Mahnmale sind; Zeichen einer existentiellen Problematik, die das heutige Bild von der Kreatur (Mensch und Tier), aber auch der Dingwelt durchdringt: der Verlust der Autonomie des Daseins, sowohl spirituell wie auch physisch.  (Text:R.Scotti)